Logbucheintrag – April: Entwicklung der Figuren

(*dieser Beitrag enthält eigennützige Werbung)

Seid gegrüßt, verehrte Leser*innen!

Erneut neigt sich ein Monat dem Ende zu und wieder ist einiges bei Johann 2 passiert. In diesem Beitrag will ich euch aber nicht nur von meinen Fortschritten zu Johanns Fortsetzung berichten, sondern auch über ein anderes wichtiges Thema beim Schreiben eines Romans erzählen, nämlich über die Entwicklung der Figuren.


Johann 2 im April

Was ist der aktuelle Stand der Fortsetzung?

Kapitel eins und zwei sind abgetippt, mit Kapitel 3 habe ich gerade begonnen. Die Zeichenanzahl beläuft sich derzeit (Stand 29.04.) auf 93.953, was ungefähr 14.778 Wörtern und 41 Seiten entspricht.

Nicht schlecht, was?

Nachdem ich vor kurzem endlich eine unglaublich schwer zu schreibende Szene abgeschlossen habe (geholfen hat tatsächlich eine Überarbeitung einer bestehenden Figur, die Einführung einer neuen Figur und die Erarbeitung einer Traumsequenz), macht Johann mir gerade wieder ernsthaft Kopfzerbrechen. Denn in Kapitel 3 hat er sich in den Kopf gesetzt, einen Kleinkrieg mit dem Vertrauten des Antagonisten* anzufangen, der noch fürchterliche Konsequenzen nach sich ziehen wird. Und das, obwohl ihn der Antagonist seit Kapitel 1 sowieso nicht leiden kann (er wollte Johann damals loswerden und ihn seinem Schicksal überlassen).

Kurzum, Johann und mir stehen stürmische Zeiten bevor (kleine Anspielung auf Kapitel 4 – aber dazu ein andermal mehr).

*Der Begriff Antagonist stammt aus dem Griechischen (antagōnistḗs) und bezeichnet einen „Gegenspieler“ oder „Widersacher“.

Quelle: https://www.duden.de/rechtschreibung/Antagonist


ABER: wie werden meine Figuren eigentlich zu dem, was sie sind? **

(**oder in Johanns Fall: warum sie eigentlich Kleinkriege mit anderen Figuren beginnen) 😂

Widmen wir uns daher also zunächst der sogenannten Figurenplanung oder auch, Entwicklung von Figuren genannt.

Entwicklung von Figuren

Jede*r der/die sich schon einmal eine Geschichte ausgedacht hat, weiß, wie wichtig es im Handlungsverlauf ist, seine Figuren zu kennen. Daher ist für jede*n Autor*in sinnvoll, sich schon im Vorfeld einige Gedanken dazu zu machen.

Wie sieht das nun aber genau aus?

Im letzten Johann-Update habe ich euch von Schreibhelfern in Form von „Buchhelfern“ berichtet. Darin findet man normalerweise viele Tipps und Tricks, die einem helfen sollen, Figuren richtig zu entwickeln.

Im Wesentlichen beinhalten sie aber alle dieselben Punkte. Diese umfassen z.B. den Namen des Charakters, das Aussehen, die Eigenschaften, soziale Beziehungen, der Einordnung ihrer Bedeutung (Hauptcharakter, Protagonist, Nebencharakter, Antagonist), etc. Viele geben außerdem noch Raum für weitere Notizen zur Person oder auch den Ratschlag, die Figur aufzuzeichnen, damit sie lebendiger wird und man sich mit ihr besser identifizieren kann.

Erinnern euch diese Punkte vielleicht an etwas? Nein? Kleiner Tipp:

Freundschaftsbücher

Wir alle haben sie in unserer Kindheit unser Eigen genannt, egal ob wir sie letztendlich abgöttisch geliebt oder gehasst haben. In den 90ern war es einfach Mode sie untereinander auszutauschen, die vorgefertigten Fragen zu beantworten, was wir gerne taten und was nicht, etwas auf die Seiten zu kritzeln, zu reimen oder unseren persönlichen Seiten mit Stickern und Fotos einen individuellen Touch zu geben.

Und jetzt die Überraschung: Figurenplanung ist im Grunde nichts Anderes! Mit jeder Menge Herzblut kreiert man nach denselben Vorgaben wie im Freundschaftsbuch eine Figur, verpasst ihr bestimmte charakterliche oder körperliche Eigenschaften, gibt ihr einen familiären Background, Wünsche Hoffnungen und Träume.

Dabei gibt es meiner Meinung nach 2 verschiedene Arten, woran man sich in der Regel orientiert.

  • die Figur entsteht aus dem Nichts heraus entsteht, ohne Vorbild und Verweis auf eine reale Person.
  • Freunde, Bekannte, Verwandte oder völlig Fremde, denen wir auf der Straße oder im Amt begegnen, spiegeln sich in der ein oder anderen Weise in den Figuren wieder.

Klingt einfach? Ist es aber nur zum Teil. Denn Figurenplanung will gelernt sein und sollte daher keineswegs auf die leichte Schulter genommen werden. Zum einen besteht nämlich sonst die Gefahr, dass eure Figuren „seicht“ wirken und ohne Tiefe ein unglückseliges, zumeist sehr kurzes Dasein fristen. Zudem kann ihre Vernachlässigung auch dazu führen, dass die Story an einem bestimmten Punkt stecken bleibt oder so oberflächlich ist, dass niemand sie gerne lesen will. Besser also, man macht sich über seine Figuren mehr Gedanken, als zu wenige. Aber auch nicht zu viele, denn das wäre wiederum das andere Extrem! Zu viel Wissen über die Figuren kann nämlich dazu führen, den Leser*innen jegliche Spannung zu nehmen, wie sich die Beteiligten im Laufe der Handlung entwickeln werden.

Mein Fazit: Die Mitte macht´s. Macht euch über eure Figuren so viele Gedanken wie nötig sind, aber eben auch nicht zu viele. Zeichnet sie, sammelt Bilder in Moodboards, macht Collagen, plant kurze Spots – eben alles was notwendig ist, damit sie für euch realer werden!


Ein Modell zum Ausprobieren

Zum Schluss des Beitrags findet ihr noch ein Modell zur Figurenentwicklung, dass ich für die Entfaltung meiner Figuren in Johann 2 entwickelt habe.

Es ist einfach, aber effektiv und kann natürlich je nach Belieben, ergänzt oder verkleinert werden.

Muster zur Figurenentwicklung © K.ST.

Versucht es auch einmal und postet eure Ergebnisse gerne hier unter dem Beitrag!


Und das war es auch schon, für heute. Das nächste Update folgt wie gewohnt Ende Mai.

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Bis zum nächsten Mal!

Alles Liebe und bleibt gesund,

eure fabel.tastische Kerstin

@K.ST.

P.S. wer von Johann noch nicht genug hat, kann den ersten Teil seiner Abenteuer jederzeit online via Thalia oder Amazon bestellen. Die Links dazu findet ihr hier*:

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