Logbuch-Eintrag #5.1

Seid gegrüßt, verehrte Leser*innen!

In letzter Zeit wurde mehrmals der Wunsch an mich herangetragen (von Personen die nicht auf Social Media sind), die Johann Geschichten, die ich dort poste, auch hier am Blog lesen zu können.

Klar, gesagt – getan. 😉

Doch zuerst dazu, warum bzw. wofür diese Geschichten 📖 eigentlich verfasst wurden. Vor längerer Zeit entdeckte ich die Instagram-Challenge namens #Shortstorydienstag, die von @m.d.zwist und @ira.laudin initiiert wurde. Während ich anfangs nur mitlas und mich von den Geschichten der anderen Autor*innen inspirieren ließ, hatte ich irgendwann Lust, selbst welche zu verfassen. Und welche Figur wäre dafür besser geeignet, als Johann 🦜?

So, genug der Erklärungen. Hier sind die ersten beiden Geschichten zum Nachlesen. Damit es nicht langweilig wird, habe ich sie etwas verändert und als „Goodies“ noch zwei Bilder dazu gemalt. Ich will euch ja einiges bieten…😅

Jetzt aber:

>>Tapetenwechsel<<

Ich sitze an meinem Laptop und tippe, als Johann ins Zimmer fliegt und etwas in meinen Schoß fallen lässt. Überrascht blicke ich auf, während er es sich auf meiner Schulter gemütlich macht. „Ein Prospekt von einem Baumarkt?“, frage ich verwirrt, während ich mir den Gegenstand näher ansehe. „Genau.“, bestätigt er mir selbstbewusst. „Aha. Und was soll ich damit?“, will ich daraufhin, ein wenig genervt, wissen. Denn eigentlich habe ich gar keine Zeit für solchen Unsinn. Und sind wir ganz ehrlich – was soll ich schon im Baumarkt? Fürs basteln mag ich ein Händchen haben, aber ganz bestimmt nicht fürs Handwerken.

„Du murmelst doch ständig vor dich hin, dass ich einen Tapetenwechsel brauche. Also habe ich mir die Prospekte angesehen und eine geeignete für dein Büro ausgesucht. So wird es gleich viel freundlicher und heimeliger hier drinnen. Die weißen Wände sind zu steril und kalt. Mit dem neuen Lock fallen dir sicher viele neue Abenteuer ein, die angemessen für meine Person sind.“, krächzt er freudig erregt.

„Äh, ich glaube du hast da was falsch verstanden. Das Thema des #shortstorydienstag ist diesmal >>Tapetenwechsel<< und bezieht sich drauf eine Geschichte zu schreiben, in der die Hauptfigur aus der gewohnten Umgebung ausbricht und in eine neue hineinversetzt wird.“, erkläre ich ihm lächelnd. Doch er sieht mich nur stumm an. Als verstünde er kein Wort von dem, was ich sage. „Das heißt aber nicht, dass ich jetzt in den Baumarkt fahre und eine Tapete kaufe, die ich dann an die Wand kleistere.“, versuche ich ihm weiter zu erklären. Immer noch Schweigen auf meiner Schulter. Dieser verdammt sture Papagei! Natürlich hat er bereits eine Tapete ausgesucht. Und selbstverständlich ohne mich zu fragen. Irgendwann verliere ich noch die Geduld mit ihm…

Um mich abzulenken, sehe ich mir seufzend noch einmal den Prospekt an. „Das ist nicht dein ernst!“, rufe ich dann schockiert aus, „Nie und nimmer kommt mir dieses Ding ins Haus.“ Nicht nur, dass ich Tapeten nicht mag, was Johann sehr wohl weiß, er hat auch noch die kitschigste Dschungeltapete ausgesucht, die es am Markt derzeit wohl zu kaufen gibt. „Wieso? Ich komme aus dem Dschungel, also ist es doch nur logisch, wenn du dir eine solche Tapete besorgst. Dann kannst du dich sicher viel besser in die Geschichte und in die in ihr handelnden Personen hineinversetzen, was du ja immer anstrebst. Und die Vorgaben für die Story-Challenge erfüllst du dann auch, indem du auf diese Weise einen neuen Raum für mich schaffst und mich aus dem Alltagstrott holst.“, argumentiert der kleine Graupapagei.

Diesmal bin ich es, die schweigt. Gegen so viel Logik bin ich machtlos. Also stehe ich auf, packe meine Handtasche und die Autoschlüssel und fahre in den Baumarkt.

© K.ST.

Johann beim Tapetenkleben © K.ST.

Anmerkung: Ob ich mir wohl eine Dschungeltapete gekauft habe? Nein – selbstverständlich nicht, wie auf Social Media bereits richtig erkannt worden ist. 😁


>>Wanderlust<<

Das Laub der Bäume zu beiden Seiten des Weges erstrahlt in den unterschiedlichsten Farben. Von zartem Gelb bis feurigem Rot ist das komplette Farbspektrum bedient. Die Temperatur ist genau richtig für die Jahreszeit, ein angenehmes Lüftchen weht und der Himmel zeigt sich heute von seiner blauesten Seite. Genauso stellt man sich den perfekten Herbsttag vor, was ihn somit zum perfekten Tag für eine Wanderung macht. Mir ist das im Moment allerdings ziemlich egal.

Ich habe keinen Blick für die makellose Schönheit um mich herum. Denn schon seit Stunden quäle ich mich einen steilen Weg hinauf, der mich auf den Gipfel des Berges bringen soll. Meine Beine fühlen sich mittlerweile an, als wären sie aus Blei. Schweiß läuft mir über den Rücken und lässt mein T-Shirt unangenehm an mir kleben. Zudem drücken meine Schuhe und die Wanderstöcke rutschen ständig von den Steinen ab, die am Weg verstreut liegen. Kurzum, ich fühle mich zum Kotzen.

Warum hatte ich mich bloß auf diese Wanderung eingelassen? Als Antwort auf meine Frage fliegt Johann auf mich zu und lässt sich auf meiner Schulter nieder. „Uff…“, keuche ich einsilbig, mehr bringe ich nicht heraus. Richtig, es war seine Idee gewesen. Etwas frische Luft würde uns beiden guttun, hatte er argumentiert und mir neue Inspiration geben, um seine Geschichte weiter voranzutreiben. Pustekuchen. Mir hätte gleich klar sein können, dass das völliger Schwachsinn ist, der vollkommen an der Realität vorbeigeht. Denn ich bin mittlerweile nicht nur körperlich am Ende, sondern auch geistig völlig ausgelaugt und kann mir nicht einmal Ansatzweise vorstellen, wie ich den Rest des Weges bewältigen soll.

„Also ich verstehe euch Menschen nicht. Warum müsst ihr es euch auch immer so schwermachen?“, fragt Johann daraufhin stirnrunzelnd. „Was?“, keuche ich erneut ungehalten. „Na ja, das ganze Jahr gehst du nicht wandern und dann suchst du dir einen so anstrengenden Weg aus. Dabei wäre es doch auch einfacher gegangen.“, erklärt der kleine Graupapagei scheinheilig. „Häh?“, stoße ich erschöpft hervor. Keine Ahnung worauf er hinauswill. „Ich spreche von der Seilbahn da drüben, die auf den Berg fährt. Statt dich den ganzen Weg zu quälen und mich zu langweilen, hätten wir von Anfang an damit fahren können.“, wirft Johann mir vor. „Geschlossen. Dienstag. Immer.“, stottere ich und blinzele mir den Schweiß aus den Augen. „Mag sein. Aber heute ist Mittwoch.“, klärt mich der Papagei besserwisserisch auf.

Das wars – game over. Abrupt bleibe ich stehen, sodass Johann fast von meiner Schulter fällt. Hat er auch verdient, denke ich wütend, bevor ich anfange loszuschreien: „Und warum zum Teufel sagst du mir das erst jetzt?“

© K.ST.

Johann beim Wandern © K.ST.

Anmerkung: Ist mir dieses Missgeschick tatsächlich einmal passiert? Nö, aber es ist gut möglich. Vielleicht berichte ich euch ja mal davon, dass ich die Wochentage verwechselt habe. Haltet die Augen auf. 🧐


So, das waren die ersten beiden Geschichten.

Ich hoffe ihr hattet Freude dabei, sie zu lesen.

Wenn euch der Beitrag gefällt, lasst es mich wissen, indem ihr ihn likt oder kommentiert. 💗📧📣 Das geht natürlich auch auf meinen Social Media Kanälen (Instagram: fabel.tastisch, Facebook: Fabel.tastisch).

Bis zum nächsten Mal, alles Liebe und bleibt gesund!

Eure Kerstin von fabel.tastisch

Ihr seid neugierig auf Johann, seine Bilder, die Story und wollt das Buch kaufen? Ihr erhaltet es unter anderem bei Thalia und Amazon. Sucht einfach nach „Die Abenteuer des Erzherzog Johann“ und/oder dem ISBN (978-3-7108-0159-4). 📖**

** Dieser Beitrag enthält Werbung.

Weitere Beiträge und Geschichten:

Veröffentlicht von Kerstin Steinbrecher

In diesem Blog werden Kurzgeschichten in Form von Fabeln und dazu passende Illustrationen veröffentlicht. Gergänzt werden diese durch das Zitat der Woche. Gerne könnt ihr die Geschichten liken, teilen und kommentieren . Auch auf Facebook (unter: Fabel.tastisch) und auf Instagramm (unter: fabel.tastisch), bin ich zu finden.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: