Logbucheintrag #3: How to draw Johann

Seid gegrüßt, verehrte Leser*innen!

Großartig, dass ihr den Beitrag aufgerufen habt und heute wieder mit dabei seid.

Im 1. Teil dieses Beitrags werde ich euch zeigen, wie ein Bild für „Die Abenteuer des Erzherzog Johann“ entsteht. Es folgt also ein sogenanntes >>How-to<<.

Ein was bitte? 🤔

Bei einem How-to handelt es sich per Definition um ein eine eher kurz gehaltene Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie ein Produkt entsteht bzw. wie es am Ende aussehen soll. Es wird möglichst einfach erklärt, sodass jeder der gerne möchte, mitmachen kann.

Ach, davon habt ihr schon gehört? Kein Wunder, immerhin sind How-tos stark verbreitet und im Grunde überall zu finden. Bestimmt habt ihr euch selbst schon das ein Video auf Youtube oder einer anderen Plattform angesehen oder eine Fotoserie auf Facebook/Instagram nachgelesen, das nach derselben Definition gestaltet wurde.

Aber zurück zu meinem How-To

Ich gestalte gerne Bilder mit und für Johann, die zu den Geschichten passen. Jedoch ist das manchmal sehr zeitraubend und arbeitsintensiv, weshalb ich mir genau überlegen muss, wann ich mich daransetze. Denn, ob ihr es glaubt oder nicht, es kann eine wahre „Fitzelarbeit“ sein, Johanns gutes Aussehen darzustellen. 😄

Trotzdem möchte ich euch gerne an meinem Arbeitsprozess teilhaben lassen. Warum? Weil es wirklich Spaß macht. Und das möchte ich euch nicht vorenthalten.

⚠ Bevor wir beginnen, gebe ich noch zu bedenken, dass alles was ich euch hier zeige, ich mir in monatelanger Arbeit selbst beigebracht habe. Es mag daher keinesfalls alles perfekt und fehlerfrei sein, aber für mich funktioniert es. Wem es nicht gefällt, der kann sich ja einen anderen Blogbeitrag ansehen.

How-to draw Johann

Schritt 1: Brainstorming

Viele werden jetzt denken, dass das Bereitlegen der Arbeitsmaterialien eigentlich der 1. Schritt sein müsste. FALSCH! Zuerst kommt immer das Brainstorming. Denn dabei wird entschieden, was am Bild überhaupt zu sehen sein soll. Dazu kann man mit Stift und Papier eine Liste machen oder eine Notiz-App öffnen und dort seine Gedanken ordnen.

Ich hingegen rufe mir den Inhalt der Geschichte vor Augen und ziehe dann die Google Bildersuche zu Rate. Google?!, werdet ihr nun fragen. Wozu denn das, bitteschön? Tja – um Inspiration zu finden natürlich. Ich bin ein sehr visueller Mensch. D.h. der Anstoß zur Kreativität findet bei mir statt, in dem ich mir z.B. Bilder ansehe.

Google Bildersuche Stand 12.10.2021, 11:53 Uhr

Nachdem ich einen Suchbegriff eingegeben habe, sehe ich mir also die Ergebnisse aufmerksam an und beschließe dann, wie mein Bild aussehen soll. Es hilft mir auch, verschiedene Bilder auszudrucken, auszuschneiden und zurechtzulegen, sodass ich eine noch bessere Vorstellung von der Gesamtkomposition bekomme.

Schritt 2: Arbeitsmaterialien bereitlegen

Jetzt endlich lege ich mir meine Materialien bereit.

**siehe unten

Das sieht nach viel Zeug aus? Ja, da habt ihr wohl recht. Aber es ist alles notwendig.

Zum Zeichnen verwende ich*:

  • einen Bleistift
  • einen Radiergummi
  • einen Edding
  • Tuscheblätter im Format 22×30 cm
  • einen schwarzen Fineliner der Stärke 04 mm in schwarz
  • ein Lineal
  • einen Gelschreiber der Stärke 0,7 mm in schwarz
  • Wasserfarbe in schwarz
  • mehrere Pinsel in unterschiedlichen Größen
  • eine Farbmischpalette
  • einen Wasserbehälter
  • Deckweiß (Chinese White)

Schritt 3: Vorzeichnen

Zuerst werden die Konturen auf das Bild gezeichnet, die ich dann langsam verfeinere, bis sich daraus der fertige Papagei ergibt.

**siehe unten

Besonders das Malen der vielen kleinen Federn ist immer wieder eine Herausforderung. Zudem dauert es wirklich lange, bis jede einzelne davon gemalt ist.

Schritt 4: Nachziehen

Sobald ich mit dem Ergebnis der Bleistiftzeichnung zufrieden bin, ziehe ich sie mit dem Fineliner nach.

**siehe unten

Danach gilt es nur noch die Konturen darunter auszuradieren und das Bild ist fertig. Na ja – zumindest fast.

Schritt 5: Farben mischen und ausmalen

Farbe zu mischen kann trickreich sein. Je nachdem wie man vorgeht, kann das Ergebnis ganz unterschiedlich aussehen. Wichtig ist also zu wissen, was man will. Soll die Farbe z.B. „blickdicht“ sein, also dicker sein, muss man sehr viel Deckweiß und viel Farbe verwenden. Will man sie eher durchscheinend haben (so wie in der Aquarellmalerei), lässt man es einfach ganz weg. Ich mische meine Farbe auf der Farbpalette mit einer Menge Deckweiß und viel schwarzer Wasserfarbe, die ich abstufe, um verschiedene Grautöne zu erzielen. Ich benutze zudem sehr feine Pinsel, mit denen ich gut in die Ecken komme.

TIPP: probiert die gemischte Farbe immer zuerst auf einem Extrablatt aus! Erst dann erkennt man, ob man das Ergebnis zufriedenstellend ist. Beachtet dabei, dass sie nass immer um einige Nuancen dunkler ist, als trocken.

Das Bild wird ausgemalt © K.ST.

Das Ausmalen ist im Grunde sehr einfach. Jedoch sollten sich Rechtshändern von links nach rechts und Linkshändern von rechts nach links vorarbeiten, um nichts zu verwischen. Auch empfiehlt es sich immer, von oben nach unten zu arbeiten.

Schritt 6: Trocknen

Je nach Jahreszeit und der aufgetragenen Farbdicke, braucht die Farbe mehre Minuten bzw. Stunden, bis sie ganz trocken ist und das Bild weiter bearbeitet werden kann.

Das Bild fertig ausgemalt © K.ST.

Ich persönlich erledige in dieser Zeit andere Dinge oder fange mit dem nächsten Bild an.

Beschleunigen kann man diesen Prozess aber selbstverständlich auch, wenn man das gerne möchte. Auf Instagram wurde mir einmal in einer Diskussion dazu empfohlen, mit einem Föhn zu trocknen. Kann man – muss man aber nicht.

Schritt 7: Nachziehen II

Ist die Farbe getrocknet, beginne ich normalerweise direkt damit, die Konturen ein letztes Mal nachzuziehen. Ich verwende dazu einen Gelplen, da der Fineliner mit der Festigkeit bzw. der rauen Oberfläche der mit Deckweiß vermischten Wasserfarbe nicht zurechtkommt.

Die Konturen werden nachgezogen © K.ST.

Hierbei ist es wichtig möglichst exakt zu arbeiten, da Fehler leider später nur noch schwer ausgebessert werden können. Man sollte sich viel Zeit nehmen und langsam arbeiten, damit das Ergebnis letztendlich zufriedenstellend wird.

Schritt 8: Fehlerkorrektur

Leider ist nun mal kein Mensch perfekt. Wir machen alle Fehler. An manchen Tagen zittert die Hand oder die Tinte im Stift ist zu hart, weil sie zu lange nicht bewegt wurde oder ein Haustier stößt gegen den Tisch/Arm und das Malheur ist passiert.

Aus diesem Grund halte mir immer etwas Restfarbe zurück und wasche die Farbmischpalette nicht sofort aus, nachdem ich das Bild ausgemalt habe. Etwaige Fehler oder Unsauberkeiten können somit ohne Probleme behoben werden.

Mit Pinsel und Gelpen können Fehler behoben werden © K.ST.

Selbstverständlich muss das Bild nach der Fehlerkorrektur von Neuem trocknen und die betroffene Stelle danach gegebenenfalls erneut nachgezogen werden.

Schritt 9: Time to make a photo

Sobald ich mit dem Ergebnis des Bildes zufrieden bin, signiere ich es (Datenschutz), fotografiere es ab (am liebsten mit meiner Spiegelreflexkamera) und digitalisiere es am Computer (bringe es in das gewünschte Format, etc).

Das fertige Bild © K.ST.

Große Nachabarbeiten via Gimp, Photoshop und so weiter, betreibe ich hierbei nicht, sondern lasse die Bilder im ursprünglichen Zustand.


So, das war das große Geheimnis hinter meinen Bildern! Wie ihr gesehen habt, sind die einzelnen Schritte, die es benötigt, um ein Johann-Bild zu malen, sehr zeitintensiv. Davon solltet ihr euch aber nicht abschrecken lassen und es gegebenenfalls auch einmal ausprobieren!

Ihr habt Lust dazu? Dann macht euch an die Arbeit. 🦾

Bis zum nächsten Mal, alles Liebe und bleibt gesund!

Eure Kerstin von fabel.tastisch

Ihr seid neugierig auf Johann, seine Bilder, die Story und wollt das Buch kaufen? Ihr erhaltet es unter anderem bei Thalia und Amazon. Such einfach nach „Die Abenteuer des Erzherzog Johann“ und/oder dem ISBN (978-3-7108-0159-4). 📖

* Dieser Beitrag enthält Werbung von Produkten, die ich selbst (und nicht im Auftrag der Firmen) erworben habe, da ich sie für meine Zwecke als „gut“ erachte.

** Die selbstgemalten Illustrationen sind mein geistiges Eigentum und fallen daher, wie die komplette Geschichte, unter das Urheberrecht. Möchte sie jemand weiterverwenden, ist ein schriftliches Ansuchen unerlässlich. Informationen zum Kontakt sind im Menüpunkt „Impressum“ zu finden, Informationen zum Datenschutz unter dem Menüpunkt „Datenschutz“.

Wenn euch der Beitrag gefällt, lasst es mich wissen, indem ihr ihn hier am Blog likt und/oder kommentiert.💗📧📣 Vergesst auch nicht auf Social Media vorbeizuschauen. Auf Instagram (fabel.tastisch) gibt es heute eine zusätzliche Kurzgeschichte zu Johann zu lesen.

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